Arbeitsschwerpunkte

Aufsuchende Jugendarbeit

Durch die Neuaufstellung des Fanprojektes zur Saison 2013/2014 war eines unserer primären Ziele die Begleitung der jugendlichen und jungen Erwachsenen Fußballfans zu allen Pflichtspielen des 1. FC Kaiserslautern sowie das Aufsuchen der jungen Erwachsenen an Treffpunkten der Fußballszene und ihren Räumlichkeiten. Hieraus ergibt sich auch die Arbeitsstruktur am Spieltag. Aufsuchen der Treffpunkte, Präsenz auf An- und Abreisewegen sowie im Stadtgebiet, Ansprechpartner am und um das Stadion für das Gästefanprojekt und selbstredend für die Heimfans sowie die Teilnahme an Festen und Veranstaltungen von und für Fans.

Bei der Aufsuchenden Sozialarbeit arbeiten wir mit der Methode der Straßensozialarbeit und der Netzwerkarbeit. Diese stellt die Grundlage unserer Arbeit dar. Sie bietet uns die Möglichkeit als Mitarbeiter des Fanprojektes sozusagen ein „Auswärtsspiel“ zu haben bzw. Gäste in der Lebenswelt der Fans zu sein. Hier können wir uns auf die Regeln der Subkultur der Fußballfans einlassen und diese kennen lernen. Wir akzeptieren die gegebenen Szenestrukturen und Gruppenregeln und sind Begleiter und Berater der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Fußballfans. Dabei beruht die Kontaktaufnahme immer auf Freiwilligkeit. Wir stehen als „Universalansprechpartner“ zur Verfügung. Bei individuellen Problemlagen wie Überschuldung, Schul- oder Drogenproblemen sowie familiären Konflikten und anderen Alltagsproblemen. Ein großer Teil unserer Einzelfallhilfen bildete die Bearbeitung spezieller Problemlagen mit Fußballbezug. Hierbei handelte es sich bspw. um die Aufarbeitung von Vorfällen und die Antragsstellung bezüglich Stadionverboten, Ordnungswidrigkeiten oder Strafdelikten. Bei einigen Themen sind wir auf ein breites Netzwerk angewiesen, da es bspw. in Rechts- oder Suchtfragen Institutionen und Personen gibt, deren Kompetenzen und Expertise es zu nutzen gilt. So war und ist es unser Bestreben dieses Netzwerk kontinuierlich auszubauen.

Am Spieltag sind wir Vermittler und Begleiter. Neben der allgemeinen Beziehungsarbeit und der teilnehmenden Beobachtung, gehören bei den Spielen Vermittlungs- und Übersetzungsleistungen sowie Kommunikation und Intervention in Konfliktfällen, zu den Standards im Arbeitsalltag. Hierbei ist es uns wichtig im Sinne der Fans zu agieren, ihre Rechte zu wahren und mit ihnen gemeinsam ggf. Vorkommnisse  kritisch aufzuarbeiten. Wir beobachten die Situation vor Ort und können falls nötig im sog. „Kurvengespräch“ auf Dinge im Sinne der Fans hinweisen. Das Kurvengespräch findet an den meisten Standorten vor Spielbeginn gemeinsam mit der Einsatzleitung der Polizei, dem Ordnungsdienst, den Fanbeauftragten und Fanprojekten statt und bietet Raum um letzte Absprachen und anfallende Fragen zu klären. Außerdem vermitteln wir bei Problemen im Fanblock und auf den An- und Abreisewegen. Unsere Zielsetzung dabei ist die Unterstützung der jungen Fußballfans und die Hilfe bei der Bewältigung der Probleme vor Ort. Für die Aufsuchende Arbeit und Begleitung bei Auwärtsspielen eignen sich besonders die Fahrten mit den Entlastungs- und Regelzügen sowie das Angebot der Sonderzüge. Bei den Sonderzügen bleiben den meisten Fans die störenden Umstiege erspart und alle finden einen Sitzplatz. Zudem gibt es einen eigenen Ausschank der Fanbetreuung in einem eingerichteten Barwagon. Dieses bundesweite Vorzeigeprojekt der Fanbetreuung des FCK ist deshalb optimal für uns, da in der Regel alle relevanten Fangruppen und besonders viele junge FCK-Fans das Angebot des Sonderzuges in Anspruch nehmen. Dies erleichtert die Kontaktaufnahme und schafft Raum für längere Gespräche, in denen das Fanprojekt über seine Arbeit informieren und darüber hinaus ggf. sozialpädagogische Hilfe oder Unterstützung anbieten kann. Die gute Zusammenarbeit mit der Sonderzugcrew und der Fanbetreuung trägt Früchte und somit zu einer entspannten und sicheren Zugfahrt bei. Doch auch andere Anreisemöglichkeiten werden von uns genutzt. dazu gehören z.B. die Mitfahrt zu Auswärtsspielen in Reise- oder Neunerbussen der relevanten Fangruppen. Auch bei Heimspielen steht zumeist die Kontaktpflege im Vordergrund.    

Je nach Anlass, analog zu den Vorbereitungsmaßnahmen, zählt eine intensive Nachbereitung des Spieltages zur täglichen Praxis des Fanprojektes Kaiserslautern.

 

Einzelfallhilfen

Durch die aufsuchende Arbeit des Fanprojektes entstehen im Laufe der Zeit unterschiedliche Beratungssituationen. Diese ergaben sich durch direkten Kontakt mit den Fans im Stadion, auf der Fahrt zu Auswärtsspielen oder bei den Angeboten des Fanprojektes. Die Kommunikation, Beratung oder Begleitung kann zwischen kurzen Infogesprächen bis hin zu intensiver Begleitung variieren. Weiterführende Beratungs- und Unterstützungsangebote finden außerhalb des Spieltages bevorzugt in den Räumlichkeiten des Fanprojektes statt. Zu den konkreten Angeboten der Einzelfallhilfe gehören u.a. einfache informelle Gesprächsangebote, entwicklungsfördernde Informations- und Beratungsangebote, die Vermittlung zu weiterführenden Einrichtungen und das Begleiten zu Terminen sowie sonstige Lebens- und alltagspraktischen Hilfestellungen.

 

Offene Jugendarbeit

Unsere Räumlichkeiten befinden sich in der Pariser Str. 23. Dieser Anlaufpunkt ist für die offene Jugendarbeit ungeeignet. Wir verfügen lediglich  über ein kleines Büro, eine kleine Küche und einen Aufenthaltsraum für ca. 15-20 Personen. Außerdem teilen wir uns das Haus und den Flur mit Gruppen und Vereinen wie dem „Tipp-Kick-Klub Kaiserslautern“ und der „Eritreischen Gemeinde“. Für einen lebhaften Jugendtreff sind diese Räume nicht geeignet. Nichtsdestotrotz haben wir in der Saison 2013/2014 eine Angebotsstruktur geschaffen und konnten einige attraktive Abende und Stunden in den Räumlichkeiten gestalten. Im Oktober 2013 startete unser Offener Treff im Fanprojekt. Von 16-22 Uhr bleibt ausreichend Zeit für verschiedene Aktivitäten wie Dart-Turniere, Theke und DVD-Abende. Außerdem veranstalteten wir Kochabende,  eine Weihnachtsfeier und  schauten gemeinsam Live-Fußball über Internet-stream.

 

Antidiskriminierung

Das Fanprojekt Kaiserslautern ist auch eine Einrichtung der Prävention und Aufklärungsarbeit. Aus dem NKSS ergibt sich demnach unser Arbeitsauftrag. Ein Ziel wird dort für die Arbeit der Fanprojekte folgendermaßen definiert: „Demokratische und humanitäre Prinzipien und Werte sowie rechtliche Normen sind durch die jungen Fans akzeptiert; extremistische Orientierungen, Vorurteile und Feindbilder sind abgebaut; junge Fans engagieren sich gegen jegliche Form der Diskriminierung, insbesondere Rassismus, Sexismus, Homophobie und Antisemitismus.“ (NKSS, Fortschreibung 2012, S.8).

Formen der Diskriminierung sind bedauerlicherweise auch in Kaiserslautern zu beobachten. Ausgrenzungen und Diskriminierungen sind kein ausschließliches Phänomen der Fankurve, sondern finden im gesamten Stadionbereich und bekannterweise auch auf dem Rasen statt. Leider haben wir in der letzten Saison nicht nur Klamotten mit eindeutigem rechtsradikalen Hintergrund beobachtet, sondern auch Aufkleber und Schmierereien im Stadion und auf den Toiletten. Von den Gesängen und Anfeindungen gegenüber Fans, Spieler und Schiedsrichter ganz zu schweigen.

 

 

 

Fanprojekt Kaiserslautern
Kniebrech 7
67657 Kaiserslautern
T 0631 41450672 /-3
M 0175 2994960 /-58,
    0175 7045731
F 0631 41450674
mail/at/fanprojekt-kl.de

 

Aktuelle Termine:

30.07.17 1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern 13:30 Uhr

02.08.17 Kicken mit dem Fanprojekt um 18 Uhr gegenüber von der Lina-Pfaff-Realschule

 

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