Pressemitteilung zum Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter des Fanprojekt Leipzig

Unsere Solidarität gilt den KollegInnen aus Leipzig! Hier die Pressemitteilung zum Sachverhalt von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG): 

Um die Sicherheit rund um Fußballspiele weiter zu verbessern, wurde bereits 1993 das Nationale Konzept Sport und Sicherheit entwickelt und seit dem fort-geschrieben. Basis dieses Konzepts ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Institutionen und Partnern. Der intensive Dialog zu allen Fangruppen des Bezugsvereins, die Teilnahme an Heim- und Auswärtsspielen, das Schaffen von regelmäßigen Veranstaltungen und Beratungs- und Unterstützungsangeboten gehen dabei unter anderem als Aufgaben der Fanprojekte her-vor.

Umso verstörender ist es für die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) daher, dass die Ermittlungsbehörden in Sachsen über mindestens zwei Jahre lang einen Mitarbeiter des Fanprojekt Leipzig als Beschuldigten in einem Ermittlungsverfahren nach Paragraph §129 StGB geführt haben: Bildung einer kriminellen Vereinigung! Ihm wird vorgeworfen, zu unter Verdacht stehenden Fans regelmäßig Kontakt gehabt zu haben, mit ihnen Auswärtsspiele besucht und sie rechtlich beraten zu haben. Kurzum, er hat die konzeptionell geforderte Fanprojektarbeit professionell umgesetzt. Die Kriminalisierung des Kollegen wirkt sich dabei nicht nur auf seinen Arbeitsbereich aus, sondern macht ihn auch persönlich betroffen.

Die BAG ist schockiert über das Ausmaß der Ermittlungen und damit auch über das Ausmaß des Misstrauens gegenüber der Arbeit der Fanprojekte.

Mit der Aufnahme der Ermittlungen gegen unseren Kollegen wurde eine Grenze überschritten! Fanprojektarbeit in Deutschland ist ein Erfolgsmodell und wird von Vereinen, Verbänden, Fans und Polizei regelmäßig gelobt und deren Erhalt und Ausbau gefordert. MitarbeiterInnen einer solchen Einrichtung zu observieren, ihre Telekommunikation zu überwachen und Bewegungsprofile anzulegen hat nichts mit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zu tun und hat das Potenzial, die Erfolgsgeschichte der Fanprojekte bundesweit nachhaltig zu schädigen. Es besteht die Gefahr des Vertrauensverlustes zwischen Fans und Fanprojekten und damit die Ablehnung unserer sozialpädagogischen Angebote. Daran kann niemand ein Interesse haben.

Fanprojektarbeit funktioniert nur, wenn alle beteiligten Institutionen und Organisationen der Wert und die sensiblen Umstände der Arbeit bewusst sind.

Die BAG fordert eine lückenlose Aufklärung des Sachverhaltes, um auch weiterhin vertrauensvoll und respektvoll miteinander zu arbeiten, die Rehabilitation des Kollegen und des Fanprojekt Leipzig zu erreichen und zu verhindern, dass sich solch eine Grenzüberschreitung wiederholt.

Sophia Gerschel/ Christian Helbich

BAG SprecherIn

Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) im März. Teil 2: BAG-Jahrestagung in Freiburg

Rückblick: der Monat März stand ganz im Zeichen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG). Gleich zwei Veranstaltungen beschäftigten sich mit der Sozialen Arbeit mit jugendlichen und jungen Erwachsenen Fußballfans. Im zweiten Teil ein kleiner Rückblick auf die  24. BAG-Jahrestagung vom 21.-23.03.2017 in Freiburg.

Das beschauliche Freiburg war dieses Jahr Austragungsort der BAG-Jahrestagung unter dem Tagungstitel „Der Tanz auf Messers Schneide – Fanprojektarbeit im Alltag“. Und am ersten Tag stand gleich nach den Begrüßungsworten, u.a. von DFB-Präsident Rainhard Grindel, eine interessante Podiumsdiskussion an, in der es Kontrovers zur Sache ging. Christoph Ruf moderierte ein Expertengespräch an dem Michael Aschmann (BAG), Gabriel Winterer (Polizei Freiburg), Dr. Rainer Koch (DFB) und Dr. Martin Winands (IKG Bielefeld) teilnahmen. Besonders kontrovers wurden fehlende Freiräume für junge Fans im Stadion und restriktive Maßnahmen seitens der Ordnungsbehörden diskutiert. Mit diesem Auftakt ging es am zweiten Tag in die workshops.

In einem dieser workshops war das Thema die "Begleitung im Strafverfahren". In diesem workshop konnten wir für unsere tägliche Praxis wertvolle Erfahrungen und Ideen mit an unseren Standort nach Kaiserslautern nehmen. Ebenfalls interessant war der zweite besuchte workshop "Prävention und Sicherheit", bei dem es mehr um generelle Auswirkungen durch das Thema Sicherheit im Fußball auf die Fanprojekt-Arbeit ging. Unterm Strich wartet weiterhin viel Arbeit auf unser Team und Standort. Einige Standards der Fanprojekt-Arbeit müssen noch erarbeitet und erkämpft werden. 

Das Abendprogramm war ebenfalls nicht schlecht. Neben Stadtrundgängen und der Besuch von diversen Lokalitäten gab es an einem Abend ein Freizeitprogramm. Für einen Teil der Fanprojekt-KollegInnen war Fußball in einer "Soccer-Hall"angesagt. Dabei spielten KollegInnen aus Kaiserslautern, Schalke, Freiburg, Osnabrück und Münster gegen Teams aus Mannschaften von Stuttgart, Heidenheim, Offenbach, München, Mannheim und Trier. Eine super Abwechslung und viel Spaß beim gemeinsamen Kicken. Anderen KollegInnen waren beim Bowling oder trafen sich wieder in den Bars. 

Der letzte Tag war der BAG e.V. Tag. Dabei standen auch die turnusmäßigen Wahlen auf dem Programm, Sophia Gerschel vom Fanprojekt Karlsruhe und Christian Helbig vom Fanprojekt Jena wurde als neue Sprecher gewählt. Sven Graupner und Philip Krüger wurden mit großem Lob für ihre Arbeit aus dem Amt verabschiedet. Unterm Strich eine sehr interessante und wichtige Bundestagung. Großes Lob an die KollegInnen aus Freiburg und der Orga-Gruppe! 

Hie die Pressemitteilung der BAG.

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Aktuelle Termine:

30.07.17 1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern 13:30 Uhr

02.08.17 Kicken mit dem Fanprojekt um 18 Uhr gegenüber von der Lina-Pfaff-Realschule

 

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