Rückblick auf die BAG Bundestagung 2016 in Gelsenkirchen

 Vom 22. bis 24. März 2016 fand in der Veltins Arena in Gelsenkirchen die 23. Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) unter dem Titel „Back to the future!? – Soziale Arbeit 3.0“ statt.

Nach der offiziellen Begrüßung durch BAG-Sprecher Philip Krüger folgten Grußworte unter anderem von Peter Peters (FC Schalke 04), Christina Kampmann (Jugendministerin NRW) und Michael Gabriel (KOS) darauf folgte ein thematischer Input von Jonas Gabler (KoFaS). Die anschließende Podiumsdiskussion war aus Sicht der BAG erfreulicherweise sehr hochkarätig besetzt. Moderiert von Manni Breuckmann diskutierten Christina Kampmann (MFKJKS NRW), Bernd Heinen (MIK NRW), Peter Peters (FC Schalke 04), Hendrik Große Lefert (DFB), Peter Römer (Fußballmagazin Transparent) und Philip Krüger (BAG der Fanprojekte) über aktuelle Entwicklungen in der Fanprojektarbeit. Ministerin Kampmann lobte die Fanprojekte für ihre präventive Arbeit und zeigte Verständnis für den Wunsch nach einem Zeugnisverweigerungsrecht, sie sicherte Unterstützung für weitere Schritte der BAG bei diesem Thema zu. Aus Sicht der BAG ist das Zeugnisverweigerungsrecht für Fanprojektler_innen notwendig, da Vertrauen ein elementarer Bestandteil von aufsuchender Jugendsozialarbeit ist. „Eine Stärke von Fanprojekten und Fanprojektarbeit ist es, dass wir mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch dann weiter sprechen und zusammenarbeiten, wenn sie mal einen Fehler gemacht haben“, betont BAG-Sprecher Philip Krüger. Markus Mau, Leiter des Schalker Fanprojekts, ergänzt: „Auch bei uns fällt der Dialog nicht von den Bäumen“. Dies bestätigte Peter Peters, der dem Schalker Fanprojekt eine wichtige Rolle in der Kommunikation zwischen Fans und Verein attestierte.

Nach dem Abendessen nahm ich dann an der sehr empfehlenswerten ca. dreistündigen „Mythos-Tour“ teil, welche schon seit mehr als zehn Jahren von Olivier Kruschinski durchgeführt wird. Vom Schalker Gotteshaus, über den Schalker Markt bis hin zur Glückauf-Kampfbahn werden hierbei geschichtsträchtige Orte besichtigt. Zahlreiche Anekdoten über bedeutende Personen und Ereignisse rund um den FC Gelsenkirchen Schalke 04 e.V. ließen die Tour kurzweilig und interessant erscheinen. Der Abend wurde dann noch durch einen Besuch in den Räumlichkeiten des Schalker Fanprojekts abgerundet, welches die drei Tage gemeinsam mit weiteren HelferInnen und UnterstützerInnen hervorragend organisiert hatte.

Der zweite Tag stand dann ganz im Zeichen der Gruppenarbeit, in denen die FanprojektlerInnen ihre Arbeit reflektieren und sich mit aktuellen Entwicklungen rund um Jugendsozialarbeit und Fankultur beschäftigen konnten. Themen waren unter anderem zunehmende Kollektivstrafen gegen Vereine und Fans, die stetige Ausdifferenzierung der Fanszenen sowie aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen.

Es gab die Möglichkeit an einem der neun verschiedenen Workshops teilzunehmen. Ich entschied mich für Workshop Nummer drei: „Mehr Geld = mehr Arbeit = mehr Stress!?!?“. Dieser beschäftigte sich hauptsächlich mit der Frage, welche Stressfaktoren in der Fanprojektarbeit vorhanden sind und welche Ursachen diese haben (können). Bedeuten bspw. mehr finanzielle Mittel für Fanprojekte, der erhöhte medialer Fokus auf deren Arbeit, deutschlandweit wachsende Szenen oder verschiedenste teilweise sich gegenüberstehende Erwartungshaltungen von Menschen und Institutionen rund um den Fußball (DFL, DFB, Verein, Polizei, Fans, Medien, Träger, Kommunen und Länder, Politik…) automatisch, dass sich das Arbeitsfeld der Jugend- und SozialarbeiterInnen verändert und neu strukturiert werden muss? Konkrete Lösungen oder eine für alle Standorte allgemeingültige Beantwortung dieser komplexen Frage, konnte an einem Tag selbstverständlich nicht gefunden werden. Dennoch gab es einen intensiven Austausch über diverse Punkte an dessen Ende auch die Themen Supervision, Mediation, Coaching und andere begleitende Instrumente behandelt wurden. Die Ergebnisse aller Workshops wurden festgehalten und allen anwesenden im Plenum kurz vorgestellt.

Am letzten Tag gab es noch den BAG e.V. internen Teil, welcher vor allem inhaltlichen und organisatorischen Diskussionen der Mitgliederversammlung Raum zur Verfügung stellt. Dieser besteht hauptsächlich aus verschiedenen Berichten, Vorstellungen und Abstimmungen zu diversen Punkten und der Entscheidung über die Aufnahme neuer Fanprojekte. So wurden an diesem Tag die Standorte Heidenheim und Regensburg offiziell in die Fanprojektfamilie aufgenommen.

Diese drei Tage boten mir über den fachlichen Input hinaus mal wieder eine gute Möglichkeit sich über einige Punkte und Themen mit KollegInnen verschiedenster Standorte auszutauschen und werden daher von mir als hilfreich und wertvoll erachtet.

Mehr Infos zur Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekt (BAG) hier.

Workshop Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim

In Zusammenarbeit mit Daniel Lörcher (Fanbeauftragte BVB), Andreas Kahrs (akprojekte.org) und Robert Claus (KoFaS) veranstaltete die DFL vom 22. – 26.03. einen Workshop zum Thema Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim. Untergebracht waren wir in der Bildungseinrichtung „Internationale Jugendbegegnungsstätte“ in Oświęcim. In vier Tagen wurden den Teilnehmer/innen, welche aus den Bereichen Fanbetreuung und Fanprojekte stammen, praxisnah aufgezeigt, wie eine Gedenkstättenfahrt ablaufen kann und was es zu beachten gibt.

So schauten wir uns zuerst die Stadt Oświęcim an, welche bei den KZ Besuchen oft vergessen wird, allerdings eine sinnvolle Ergänzung für die Gedenkstättenfahrt darstellen kann. Anschließend besichtigten wir Auschwitz I, das Stammlager und erhielten dort eine sehr gute vierstündige deutschsprachige Studienführung. Im KZ Auschwitz II – Birkenau, welches wir am nächsten Tag besuchten, hatten wir ebenfalls eine sehr gute vierstündige Studienführung. Am letzten Tag konnten die Veranstalter für uns ein Zeitzeugengespräch mit der 92 Jährigen Zofia Posmysz arrangieren. Rundum war es ein sehr gut organisierter, beeindruckender und emotionaler Workshop mit professionell ausgebildeten Referenten.

Dieser Workshop hat uns aufgezeigt, wie bedeutsam solche Fahrten sind, sodass auch wir diese in unser Angebot aufnehmen möchten.

 

 

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28.05.2018 Fußballangebot auf dem Bolzplatz hinter dem SOC Sportpark 18:00 Uhr

 

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